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Begrüssung

Swiss Public Health Conference 2020 «From Evidence to Public Health Policy and Practice»

2. + 3. September 2020

Demographische Entwicklungen, neue Krankheitsbilder oder der ungleiche Zugang zu Ressourcen sind Schlüsselfaktoren, wenn es um die Förderung der Gesundheit der  Bevölkerung und die Behandlung von Krankheiten und Verletzungen geht. Unser Gesundheitssystem muss sich neuen Herausforderungen stetig anpassen. In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen: Wie muss das Gesundheitssystem ausgestaltet werden, um den künftigen Generationen gute medizinische Vorsorge und bezahlbare Leistungen bieten zu können? Wie kann das Wohlbefinden des Einzelnen verbessert werden? Wie kann ein gemeinsames Verständnis für Herausforderungen im Gesundheitswesen geschaffen werden?

Wir benötigen mehr Wissen und wissenschaftliche Evidenz darüber, wie Prozesse zu gestalten sind, damit das Gesundheitssystem im kontinuierlichen Austausch zwischen Forschung, Politik und Praxis neuen Gegebenheiten angepasst werden kann. Gerade im Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel können dadurch gemeinsame Lösungsansätze zur Unterstützung älterer Menschen entwickelt, eine umfassende Versorgung chronisch Kranker gewährleistet oder den steigenden Gesundheitskosten durch bessere Versorgungsmodelle begegnet werden.

Mit dem Ziel, die öffentliche Gesundheit in der Schweiz zu stärken, wird sich die Swiss Public Health Conference 2020 mit Fragen rund um den Wissenstransfer zwischen Forschung, Politik und Praxis beschäftigen. Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland werden diskutieren, wie evidenzbasierte Lösungen systematisch und bestmöglich ins Gesundheitssystem integriert werden können. Darüber hinaus wird anhand verschiedener nationaler und internationaler Projekte aufgezeigt, welche Fragen noch zu klären sind, wie die Resultate aus der Forschung in der Praxis umgesetzt werden können und wie Lücken innerhalb des Schweizer Gesundheitssystems angegangen werden können.

Im Sinne eines lernenden Gesundheitssystems bringt die Swiss Public Health Conference 2020 als wichtige Schnittstelle in der Schweiz Akteure aus Politik, Praxis und Forschung zusammen. Gemeinsam soll ein Verständnis für die aktuellen Bedürfnisse und zukünftigen Herausforderungen im Schweizer Gesundheitssystem geschaffen und entsprechende Prozesse definiert werden.


Ursula Zybach, Präsidentin Public Health Schweiz

Nino Künzli, Direktor Swiss School of Public Health und Stv. Direktor Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut

Gerold Stucki, Chairholder and Professor of Department of Health Sciences and Medicine, Universität Luzern



Begrüssungsworte von Regierungsrat Guido Graf und Prof. Bruno Staffelbach, Rektor der Universität Luzern

Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist uns eine Freude, Sie an der „Swiss Public Health Conference“ begrüssen zu dürfen, auch wenn dies aus aktuellem Anlass leider nur virtuell möglich ist. 

Wie jedes Jahr widmet sich die Konferenz einer Thematik, die für die öffentliche Gesundheit von grosser Bedeutung ist. Das diesjährige Thema «From Evidence to Public Health Policy and Practice», welches vom Organisationskomitee lange Zeit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie definiert worden ist, hätte wohl für dieses Jahr nicht treffender und aktueller gewählt werden können. 

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Pandemie haben uns in den letzten Monaten eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung, Politik und Zivilgesellschaft ist. Exemplarisch zeigt sich dies bei der Suche nach einem Impfstoff oder einer medikamentösen Behandlung gegen das neue Coronavirus. 

Es hat sich auch gezeigt, wie wichtig es ist, Entscheidungsträgerinnen und –träger dabei zu unterstützen, wissenschafts¬basierte Entscheidungen zu treffen. Wissenschaft ist jedoch heute keine abgeschottete Domäne mehr, die von Einzelpersonen, einzelnen Instituten oder Fakultäten betrieben wird. Forschungsprojekte sind heute meist nur noch in nationalen oder gar internationalen Kooperationen vorstellbar. Sie finden gemeinsam mit anderen Disziplinen, Fakultäten, Forschungsteams und Universitäten wie auch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft statt.  

Mit dem neuen Coronavirus ist auch die Bedeutung der „öffentlichen Gesundheit“ wieder stärker in unser Bewusstsein gerückt. Die aktuelle Gesundheitskrise zeigt uns, wie verwundbar und doch stark unsere Gesellschaft ist. Und vielen von uns wurde in Erinnerung gerufen, dass eine qualitativ hochstehende und robuste Gesundheitsversorgung wie hier in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit ist. 

Einen Beitrag zur hohen Qualität dieser Gesundheitsversorgung leistet auch der in der Schweiz vergleichsweise junge Hochschulstandort Luzern, der in der Zentralschweiz in der Gesellschaft und in der Wirtschaft fest verankert ist. Dabei wird viel Wert auf die Zusammen¬arbeit mit anderen Kantonen, Bildungsinstitutionen sowie externen Partnern gelegt. Im 2018 wurde beispielsweise ein Abkommen zwischen den Kantonen Luzern und Zürich bzw. zwischen der Universität Luzern und der Universität Zürich für den Joint Master Medizin umgesetzt. Mit der Neugründung des Departements Gesundheitswissenschaften und Medizin im vergangenen Jahr zeigt sich die Universität Luzern zunehmend für die Ausbildung und Weiterbildung einer neuen Generation von Medizinern und Gesundheitswissenschaftlern verantwortlich. Im Sinne wachsender und neu entstehender Bedürfnisse im Schweizer Gesundheitssystem soll diese neue Generation mit einem wachsenden Verständnis für trans- und interdisziplinäre Zusammen¬arbeit ausgestattet werden, um den Brückenschlag zwischen Forschung, Praxis und Politik auch zukünftig zu unterstützen - ganz im Sinne der heutigen Konferenz.

Auch wenn die Konferenz den Umständen entsprechend leider nicht in Luzern stattfinden kann, so hoffen wir dennoch, Ihnen etwas von den Themen der Universität Luzern und aus dem Kanton Luzern mitgeben zu können. 

Nun wünschen wir Ihnen eine gute Konferenz mit spannenden Beiträgen. Bleiben Sie gesund!


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